MTB Marathon in Bad Harzburg 2017

Splash!

Am 23.4.2017 geht es in Bad Harzburg an den Start. Auf einer Strecke von 18km kann man sich für eine, zwei oder gleich vier Runden anmelden. Ich wähle die zwei Runden, immerhin ca. 36km und 900 Höhenmeter. Leider fahre ich alleine, weil Teamkollege Constantin verletzt ausgefallen war. Schade! Das nächste Mal ist er wieder dabei!

In aller Frühe quäle ich mich aus den Federn, um rechtzeitig meine Startnummer am Start/Ziel-Bereich in Empfang zu nehmen. Das Wetter spielt April-mäßig verrückt, was mich jedoch nicht weiter stört. Nur sind 4°C nicht genug, um auf den Start zu warten. Wäre ich doch später gekommen!

Die Leute fahren sich warm. Profis, die sich (zur Belustigung anderer) ergiebig auf der Rolle in Wallung bringen, Erststarter, die von der Partnerin motiviert werden. Ich kann mir ein gewisses Schmunzeln über dieses Treiben nicht verkneifen. Ich mag diesen Renn-Zirkus und die Anspannung vor dem Start.

Trotz frostigen Temperaturen komme ich als Exot daher: Zwischen all den super-leichten XC-Feilen und Carbon-Teilen erntet mein Stahl Singlespeed doch eher verwunderte bis staunende Blicke. Auf der von mir gewählten Distanz wird es eine Singlespeed-Wertung geben. Genial! Das spornt mich an, mein 13kg-Bike den Berg hochzutreten. Nachdem ich dachte ich wäre der einzige Verrückte, treffe ich am Start Schneidi vom Bikebauer-Nicolai Team. Auch er startet mit seinem Singlespeed. Angetrieben mit dem Gates-Carbon-Drive und dem extrem flachen Nicolai ist sein Setup gegenüber meinem absolut abwärts-orientiert. Ich bin neidisch, er wird bestimmt mehr Spaß bergab haben. Ich bin gespannt, wer am Ende die Nase vorn haben wird. Wir fahren beide mit der selben Übersetzung.

Wo ist meine Gangschaltung?

Startschuss. Es geht los. Nervös drehen die Teilnehmer am Start auf. Ich halte mich eher zurück. Das Streckenprofil befiehlt mir, ein paar Körner für die zweite Hälfte zurück zu behalten. Meinen direkten Kontrahenten Schneidi behalte ich genau im Auge, ein paar Meter vor mir tritt er in die Pedale. Ebenfalls typisch für das Rennen in Bad Harzburg ist der krasse Anstieg am Anfang. Im Singletrail geht es steil bergan, das sortiert schon einmal die Leute aus. Allerdings fahren die Schalter so langsam im kleinsten Gang, sodass ich mit meiner Übersetzung Schwierigkeiten habe auf dem Bike zu bleiben. Oft muss ich schieben, weil der Weg nicht frei ist. Ist aber nicht schlimm, das zwingt mich dazu Kräfte zu sparen.

Das Wetter bleibt angekündigt abwechslungsreich. Bei eisiger Kälte schlägt mir Regen, Schnee und Hagel entgegen. Warum tue ich mir das an? Weil es Spaß macht! Schneidi sehe ich immer wieder, wir halten in etwa die gleiche Geschwindigkeit. Bergauf schließe ich zu ihm auf, bergab lässt er mich stehen. Verdammt, ich muss ihn noch kriegen!

Auf der zweiten Runde sieht die Sache mit dem Anfangsanstieg schon anders aus: Die Bahn ist frei – nur machen jetzt meine Beine zu! Häufiger als geplant schiebe ich den Berg hinauf. Das war doch anders geplant? Hätte ich doch eine einfachere Übersetzung gewählt… Egal, weiter geht es. Auf den nächsten Anstiegen fühle ich mich richtig gut und Schaffe es, Schneidi einzuholen! Kurz vor Ende der Runde fahren wir ein Stückchen zusammen und plaudern ein wenig. So macht Rennen fahren Spaß!

Auf den letzten Trails hat Schneidi die Nase vorn, ich komme zufrieden nach ihm ins Ziel. An der Verpflegungsstation esse ich glücklich so viele Kuchen wie möglich. Bei netten Gesprächen warten wir bis zur Siegerehrung und erfahren nebenbei, dass es noch einen weiteren Singlespeeder gab. Der ist allerdings schon 10 Minuten vor uns über die Ziellinie gefahren. Egal, Hauptsache Spaß gehabt.

Die nächsten Rennen können kommen!

Singlespeed-Wertung:

  1. Jan Jeschke, TUS Celle 92: 01:52:53.6
  2. Frank Schneider, Team Bikebauer Nicolai: 02:14:57.3
  3. Stephan Simonis, Team Movement: 02:16:31.1

Grüße Stephan

Belohnung

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