TrailTrophy in Breitenbrunn – 2017

TrailTrophy in Breitenbrunn, das bedeutet zwei Tage Spaß auf flowigen Trails rund um den Rabenberg. Oberhalb vom verschlafenen Nest Breitenbrunn – mitten im Wald – finden wir uns im Sportpark auf unserm 8-Bett-Zimmer ein. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus Sport-Boot-Camp und klassischer Jugendherberge. Eine gewisse DDR-Charakteristik ist nicht zu leugnen. Mit dabei sind Maren und Wolfgang (beide mit langjähriger Enduro-Erfahrung), Lisa und Hannah (mit magischen Händen), Anke und Stephan („Ich habe ein E-Bike im Auto“-Downhill Weltmeister). Constantin und ich werden als Team Movement die Gruppe komplettieren.

Schon am Freitag ist die Stimmung gut – auch der einsetzende Regen schon während der Anreise lässt uns nicht aus der Fassung bringen. Lediglich die Motivation für ein Rennen ist noch nicht wirklich vorhanden. „Bist du schon im Rennmodus?“ – „Nee, irgendwie nicht. Ich bin müde.“ Egal. Erst einmal sind andere Sachen wichtiger, zum Beispiel: Nahrungsaufnahme. Aus Erfahrung vom letzten Jahr wissen wir, dass hier die Bürgersteige sehr früh hochgeklappt werden. Hinzu kommt, dass sich alle Restaurant-Besitzer gegen uns verschworen zu haben scheinen. „Urlaub“ oder „Betriebsferien“ war auf den vor uns verschlossenen Türen zu lesen. Auch ein kurzer Ausflug zu unseren tschechischen Nachbarn war nicht von Erfolg gekrönt. Ich warne noch schnell Constantin, der noch auf der Anreise war: Hol dir irgendwo unterwegs was zu Essen! Hier sieht es nicht gut aus!“ Am Ende finden wir dann doch noch eine Pizzeria. Puh, Glück gehabt!

Von der fehlenden Renneinstellung war am Samstag nichts mehr zu spüren. Je näher unsere Startzeit rückt, desto besser wird die Laune! Zwar lässt das Wetter nicht auf trockene Trails hoffen, das ist uns aber egal. Start – und auf zur Stage 1. Natürlich sind Steine und Wurzeln noch rutschig, insgesamt ist es aber wesentlich trockener als befürchtet. Es macht einfach nur Spaß. Lediglich ein Sturz auf der vierten Stage lässt mich zurückfallen. Schade, die Trails liegen mir. Charakteristisch sind Tretpassagen und kurze Anstiege, die uns ganz schön zu schaffen machen. Aber auch bergab kann man es hier ganz schön krachen lassen. Sofern man noch dazu Puste hat!

Am Ende des Tages sind alle in der Gruppe glücklich. Obligatorisch werden untereinander Zeiten verglichen, man tauscht sich über kniffelige Passagen und anstrengenden Stages aus. Die entspannte Stimmung kommt nicht von ungefähr, die Organisation trifft es wieder voll auf den Punkt. Pump-Track Battle wie abschließendes Lagerfeuer runden Tag ab und machen den ersten Renntag zum vollen Erfolg – egal bei welcher Platzierung.

Ich falle in einen komatösen Schlaf. Ob es am sportlichen Geruch in unserem 8er-Zimmer lag oder an den 6 Stages in meinen Beinen, vermag ich nicht zu beurteilen. Beides ist möglich. Etwas gerädert wachen wir am Sonntag auf und müssen recht früh am Start stehen. Wahrscheinlich hatte ich noch zu viel Schlaf in den Augen, denn die erste Stage ist irgendwie an mir vorübergegangen. Ich war einfach noch nicht wach. Schade! Auf der zweiten war ich dann jedoch voll da, und habe eine super Zeit reingefahren. Es läuft wieder! Insgesamt gefiel mir der Tag wieder richtig gut.

Am Ende fährt Constantin auf den 59. Platz, ich schaffe den 42. Platz bei den Masters. In der Teamwertung reicht es für den 24 Platz. Da geht noch mehr, das zeigen wir dann im nächsten Jahr! =)

 

Am Wochenende danach treffe ich Constantin im Bikepark Hahnenklee. Zeit für eine Nachlese:

Hallo Constantin! Die TrailTrophy ist nun schon eine Woche her, hat sich die weite Anreise ins Erzgebirge für dich gelohnt?
– Auf jeden Fall, es war das ganze Wochenende ein riesen Gaudi. Wir hatten wirklich ein super Team aus Hannover, wir haben uns gegenseitig echt gepuscht. Ich zum Beispiel habe mir spannende Battles mit Stephan Magelsdorf geliefert. Doch wir hatten keinen Leistungsdruck, Stephan hat an alle noch wertvolle Tipps verteilt. Auch so hat der Ex-Weltmeister uns gut entertaint. Am Samstag gab es sogar noch eine Pumptrack-Jam wo ich selbst auch noch am Start war. Ich kann das Wochenende als vollen Erfolg verbuchen. Nicht weil ich weit vorne gefahren bin, sondern weil mit unseren Team im Prinzip die ganze Zeit Partystimmung auf dem Track war.

Die Stages waren ja technisch eher einfach, hattest du trotzdem deinen Spaß?
– An einigen Stellen war es schon etwas kniffliger, da wünschte ich mir manchmal einen Fullfacehelm auf dem Kopf. Zudem hatten wir zum Start viel Regen und man musste aufpassen, dass man auf den nassen Wurzeln nicht patzt. Bei den einfacheren Stages konnte ich meist viel Speed aufbauen und somit wurde es nie langweilig.

Welche Stage hat dir am besten gefallen?
– Die 9. Stage war der Hammer!!! Flowig, schnell und richtig gut gebaut. Das ging aber nicht nur mir so, wir kamen alle super geflasht unten an und wir haben alle in Kreis gegrinst!

Wirst du im nächsten Jahr wieder in Breitenbrunn an den Start gehen?
– Ja, ich überlege sogar, ob ich noch weitere TTs mitfahre. Das Format hat mir gut gefallen und die Stimmung war bei dem gesamten Rennen super entspannt. Das finde ich super. Ich hoffe das wir nächstes Jahr wider ein gutes Team aufstellen können.

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